Sonntag, 26. August 2012

26.08.12 Ludiès - Pamier: Freier Nachmittag und erster Abend mit Pilgern


Heute hatte ich das zweifelhafte Vergnügen zum ersten Mal einem Spanner zu begegnen. Bisher habe ich immer nur davon gehört. Ich habe ihn von weitem schon gesehen und da hat er immer zu mir geschaut. Bin dann einfach weiter gelaufen und er ist mit dem Auto in den Weg reingefahren wo ich auch durch musste. Dann hat er sich hingestellt und so getan als würde er pinkeln und mich gar nicht bemerken. Habe natürlich gleich gewusst was hier abgeht. Wir Frauen haben da einen untrüglichen Instinkt. Habe ihm dann zugerufen ich würde warten bis ich durch kann und habe weggeschaut. Als er fertig war bin ich an ihm durchmarschiert. Das war vielleicht eine komische Situation. Ich hatte nicht wirklich Angst aber mulmig war mir schon und alle meine Warnsignale waren auf Rot. Das heißt ich war total wach und jederzeit bereit zu reagieren. Hätte mir seine Autonummer merken sollen, dann hätte ich es melden können. Wie immer ist man im Nachhinein klüger.
Jetzt bin ich in Pamier, liege auf einer Picknickbank in der Nähe einer alten Kapelle aus dem 12. Jahrhundert und genieße meinen freien Nachmittag. Wollte eigentlich noch bis Montegut Plantarel weiterlaufen aber weitere 20 km waren mir dann doch zuviel. War eigentlich schon unterwegs und habe dann auf meine innere Stimme gehört, die einfach nicht zu überhören war. Bin froh, dass ich mich Umentschieden habe da mein linker Fuß schmerzt.
In Pamier ist gerade ein Fest, scheint eine größere Sache zu sein und wahrscheinlich wird es heute Nacht ziemlich laut. Ich werde beim "Eveche" übernachten. Weiß nicht mehr was Eveche heißt, vielleicht ist das der Bischoff. Er ist auf jeden Fall ein ehemaliger Pilger und wurde mir wärmstens empfohlen. Ein Grund mehr hier zu bleiben...😉
Habe einen wunderschönen Abend im Eveche verbracht und auch die ersten Pilger getroffen. Ein junges Paar, das demnächst das Studium abschließt. Die Herbergsmutter Marie-Therese war sehr herzlich und fürsorglich. Sie ist eine ehemalige Pilgerin und gibt auf diese Art zurück was sie selber auf dem Weg erhalten hat. Die Eveche ist ein uraltes Gebäude direkt bei der Kathedrale mit knarrenden Treppen und unzähligen, vor allem leeren Zimmern. Direkt vor der Herberge hat man den Festplatz aufgebaut und als wir im Hof saßen und aßen konnten uns die Leute zuwinken wenn sie auf dieser verrückten Vergnügungsbahn saßen. Eine dieser Bahnen wo einem das Geld aus der Tasche fliegt. Für nichts auf der Welt könnte man mich dazu bringen dieses Teil zu besteigen. Die Nacht war dann mit Ohropax gut zu bewältigen, denn das Fest dauerte noch bis 2.00 h morgens. 






Keine Kommentare: